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Der Ruf der Bäume – baumverbunden leben

von Isabel Arends

Der Ruf der Bäume – baumverbunden leben

Bäume Isabel Arends

Wir haben vergessen, was wir vergessen haben. Doch die Natur spricht mit uns. Wenn wir beginnen, uns mit der Natur zu verbinden und ihr zu lauschen, dann können wir wieder lernen, den Ruf der Bäume zu hören und ihre Sprache zu verstehen.

Bäume leben weit länger als wir Menschen und begleiten die Erde schon seit Jahrmillionen. Sie können und dürfen uns gute Lehrmeister sein. Sie zeigen uns, wie sich Dürre, Stürme und Krisenzeiten überstehen lassen, ohne die eigene Lebenskraft zu verlieren.

Fühlst du dich unruhig, traurig und ängstlich? Dann beobachte einen Baum im Wandel der Jahreszeiten. Er lehrt Geduld, Urvertrauen und die Gewissheit, dass nach jedem Winter neues Leben erwacht. Seit jeher suchen Trauernde die Nähe zu Bäumen und finden hier Trost, neue Kraft und Lebensmut. Dass Bäume heilende Kräfte besitzen, gehört zum Wissen vieler alter Kulturen. Sie sind weit mehr als Pflanzen – sie sind lebendige Mitgeschöpfe. Zahlreiche Baumarten gelten als Träger heiliger und heilsamer Kräfte, wie es uns unter anderem der Shintoismus, die Naturreligion Japans, überliefert.

Nimm dir Zeit und beginne Bäume zu studieren. Staune über die Vielfalt und Formen der Blätter. Studiere ihre Bewegungen: Sie flattern, flirren oder wedeln im Wind. Sie singen Lieder der Sonne und lassen dich fühlen, wie es ist, wenn Sternenlicht auf Blättern tanzt.

Bäume überraschen mich immer wieder. Zur Zeit der Kiefernblüte stehe ich oft staunend am Schlachtensee in Berlin und beobachte, wie mehrere Bäume, als wenn sie sich abgesprochen hätten, zeitgleich hellgelbe Pollenwolken stoßartig in die Luft abgegeben. Das sind keine passiven Bäume! Die Kiefern befruchten aktiv die Luftströme. Doch kaum jemand schaut hin, da dieses Phänomen kaum bekannt ist.

Baumgespräche – Was uns heilsam berühren darf

Mit Bäumen sprechen? Als Historikerin sage ich: Unbedingt! Altbewährt! Als Therapeutin füge ich hinzu: Am besten mehrmals pro Woche! Es gibt Hunderte historischer Berichte, vor allem aus der Antike, die von Gesprächen und Dialogen zwischen Mensch und Baum berichten und das heilsame Miteinander als eine tiefe Gefährtenschaft beschreiben. Die meisten Überlieferungen finden sich in der griechischen und römischen Antike. Hier erfuhren Bäume Hochachtung und Verehrung. Sie waren ein fester Bestandteil des Alltags und spielten eine wichtige Rolle in religiösen Riten. Kindern erzählte man Baumfabeln und Baummärchen. Bäume wurden in Gemälden, Wandmalereien, Mosaiken und Reliefs dargestellt. Jedem Gott war mindestens ein Baum zugeordnet. Bäume galten als von Göttern beseelte Wesen.

Besonders heilige Bäume grüßte man beim Vorübergehen mit dem sogenannten „dorischen Gruß“, einer Art Kusshand mit Verbeugung. Dieser tägliche Ritus lässt sich mit dem Bekreuzigen der Katholiken vergleichen, wenn sie an Wegkreuzen oder Kapellen vorübergehen.

Auch Baumgespräche sind bis in die frühe Neuzeit überliefert. Berühmt ist der Dialog des Universalgenies Johann Wolfgang von Goethe mit einem Ginkgo-Baum. Erlaube dir, deine Intuition zu schulen, und du wirst die Stimme der Natur immer häufiger wahrnehmen. Deine Intuition versteht die Sprache der Bäume, auch wenn dir das zunächst gar nicht bewusst ist. Mit ihren feinen Sinnen tritt sie mit den Bäumen in Resonanz und verarbeitet deren „Informationen“ auf chemischer und physikalischer Ebene. Sie reagiert auf die Matrix von Mutter Natur. Die Wissenschaft spricht in diesem Zusammenhang vom sogenannten Biophilie-Effekt.

Wenn ich Menschen an Bäume heranführe, besteht der erste Schritt darin, in einen tieferen Kontakt mit sich selbst zu kommen. So können Stille und innerer Frieden spürbar werden. Lass dich nicht verunsichern: Die meisten Bäume schweigen. Anders ist es bei einer kleinen Gruppe von vier Bäumen im Charlottenburger Schlosspark, die ich die „Plaudertaschen“ nenne. Sie freuen sich über Besuch. Tiefsinnige Gespräche sind dort zwar nicht zu erwarten, aber eine heitere Begegnung unter guten Bekannten gelingt immer.

Vor vielen Jahren sagte mir – oder besser gesagt „schenkte“ – mir ein Baum ein Sprachbild-Gespräch. Immer wieder lautete seine Botschaft: „Ihr atmet zu flach!“ Mehr sagte er nicht. Ich habe mir diese Worte zu Herzen genommen. In meiner Praxis erinnere ich auch meine Klienten an diese Botschaft des Baumes. „Tief atmen und dabei einen Baum anlächeln“ – das darf gerne mehrmals am Tag geschehen.

Ich habe im Laufe der Jahre verstanden, dass die meisten Bäume nur eine einzige Botschaft für uns bereithalten, die sie beständig ausstrahlen. Wer an ihnen vorübergeht, kann plötzlich einen Satz oder einen Gedanken empfinden, ohne zu ahnen, woher diese Botschaft gekommen ist. Es gibt aber auch besondere Bäume, die man aufsuchen kann, wenn man eine Antwort auf eine bestimmte Frage sucht. Ich kenne „Orientierungsbäume“ und „Medizin-Bäume“, die Hilfreiches und Heilsames, auch im medizinischen Sinne, mitzuteilen haben.

In Berlin gibt es sogar einen geheimen „Kinderwunsch-Baum“: eine alte Eiche. Sie wird vor allem von orientalischen Mitbürgerinnen regelmäßig besucht und liebevoll mit kleinen Geschenken bedacht. Auf dem Fehrbelliner Platz pflegen asiatische Händler, die dort Speisen verkaufen, hingebungsvoll „ihren Baum“, der über das bunte Treiben zu wachen scheint. Der Ahorn wird mit bunten Bändern, Gebeten und kleinen Opfergaben wie Schnaps und Tabak geschmückt. Zu den besonderen Bäumen Berlins zählt für mich auch der Michael-Jackson-Gedächtnisbaum am Tiergartenstern, der reich mit Fotos und Erinnerungsstücken geschmückt ist.

Baumgespräche: Heilsame Baumbegegnungen

Wir dürfen uns Bäumen nähern, ohne sie sofort botanisch einzuordnen oder ihren Namen kennen zu müssen. Das Wissen darf später wachsen. Eine heilsame Begegnung beginnt mit Offenheit, Neugier und Lebensfreude. Schenke den Bäumen an deinem Wohnort und auf deinen täglichen Wegen mehr Aufmerksamkeit. Lerne sie kennen, entdecke ihre Eigenarten und finde jene, zu denen du dich besonders hingezogen fühlst. Mit der Zeit werden sie zu vertrauten Baumgefährten.

Halte immer wieder einmal inne und erlaube dir, mit einem Baum in einen stillen Dialog zu treten. Oft genügt es, auf seinen Wurzeln zu stehen und einige ruhige Atemzüge zu nehmen. Du kannst auch deine Hand sanft auf den Stamm legen – wie an ein „Baumtelefon“ – und über deine Handflächen bewusst Verbindung aufnehmen. Atme ruhig und mit einem Lächeln ein. Richte deinen Blick in die Tausende von Blättern, die unermüdlich Sauerstoff schenken. Atme mit dem Baum und nimm wahr, wie sich dein Atem mit seinem Rhythmus verbindet. Verabschiede dich anschließend mit einem stillen „Danke“ oder mit dem Gefühl: Das war schön. Mit jeder Begegnung wächst eine Vertrautheit, die zwischen zwei lebendigen Wesen entstehen kann – getragen von Achtsamkeit, Respekt und gegenseitiger Präsenz.

Was Bäume lieben – vergessenes Wissen aktivieren

Wir haben vergessen, was wir einst ganz selbstverständlich wussten. Von indigenen Völkern kennen wir die Tradition, mit den Bäumen in Kontakt zu treten, bevor sie ihre Früchte oder Heilpflanzen ernten oder einen Baum fällen, z.B. für den Bau einer Hütte. Für viele Menschen mag das wie eine ferne Kultur aus den Regenwäldern Südamerikas erscheinen. Doch auch in Europa gab es über Jahrhunderte eine lebendige Kultur des respektvollen Miteinanders von Mensch und Natur – besonders dort, wo gesät, gepflegt und geerntet wurde.

Noch vor etwa 150 Jahren begleiteten auf unseren Feldern Aussaat- und Erntelieder die Arbeit der Menschen. Auch das Pflücken von Äpfeln und anderem Obst war vielerorts mit Liedern verbunden. Sie drückten Dankbarkeit aus, stärkten das Gemeinschaftsgefühl und würdigten die Gaben der Natur.

Ein besonders schönes Beispiel findet sich in Nordafrika. Dort haben sich alte Baumlieder aus der Dattelernte erhalten. Der Anbau von Dattelpalmen ist arbeitsintensiv, und in den ersten Jahren können die jungen Bäume ohne regelmäßiges Gießen nicht überleben. Mensch und Baum sind aufeinander angewiesen. Bis heute ziehen Familien zur Erntezeit gemeinsam in die Palmenhaine. Sie legen Teppiche unter die Bäume, feiern Feste und sogar Hochzeiten in ihrem Schatten.

Beim Gießen und Pflegen der Palmen wird ein altes Lied gesungen:

Liebe Palmen, so habt doch Geduld,
wir eilen herbei, schenkt uns eure Huld!
Wir kommen, um euch mit Wasser zu gießen,
und wollen bei euch die Tage genießen.

Im Wechselgesang antworten die Palmen:

So bleibt uns treu, wir sind bereit.
Pflegt und gießt uns alle Zeit,
kommt herbei, ob jung, ob alt,
nehmt euch aus dem Palmenwald,
was ihr benötigt Jahr für Jahr.
Es ist für alle reichlich da.

Beeinflussen Lieder die Bäume – ähnlich wie die Gebete indigener Völker? Ich bin überzeugt davon. Lieder sind Schwingungen, die nicht nur uns Menschen berühren, sondern auch die lebendige Welt, die uns umgibt.

Heute wissen wir, dass Bäume auf vielfältige Weise miteinander kommunizieren. Sie senden chemische Botenstoffe aus, reagieren auf Veränderungen in ihrer Umgebung und können sogar zwischen unterschiedlichen Gefahren unterscheiden. Forschende haben bereits Tausende pflanzlicher Signalstoffe entschlüsselt, mit deren Hilfe Bäume beispielsweise auf Schädlinge oder andere Umweltreize reagieren. Auch auf den Menschen reagieren sie – etwa auf Erschütterungen, Geräusche oder Eingriffe in ihre Umgebung.

Ich bin überzeugt davon, dass die Wissenschaft eines Tages noch besser verstehen wird, welchen Einfluss unsere achtsame Haltung, unsere Stimme und vielleicht auch Lieder auf Bäume haben. Die alten Erntelieder könnten weit mehr gewesen sein als ein schöner Brauch. Vielleicht trugen sie dazu bei, eine Atmosphäre des Vertrauens zwischen Baum und Mensch entstehen zu lassen. Im biologisch-dynamischen Landbau, wie er im Demeter-Verband gepflegt wird, spielt diese wertschätzende Beziehung zur Natur seit Jahrzehnten eine wichtige Rolle.

Mit und unter Bäumen zu singen, ist etwas Wunderschönes. „Im Eichengrund tönen die Lieder“, heißt es in einem alten Volkslied. Wenn du eine herzliche Begegnung mit einem Baum erlebt hast, kannst du dich mit einem Lied bedanken. Oder du verabschiedest dich einfach mit einem Gefühl der Dankbarkeit. Die Kommunikation mit Bäumen geschieht vermutlich weniger über gesprochene Worte als über die Verbindung von Gefühlen, inneren Bildern und poetische Sprache. Ich nenne dies „gefühlte Wortbilder“.

Bäume können ihren Standort nicht verlassen. Doch meiner Erfahrung nach freuen sie sich über Bilder anderer Bäume. Sende ihnen zum Abschied das innere Bild eines Baumes, der dich besonders berührt hat – vielleicht eines blühenden Baumes auf einer Reise nach Australien, einer duftenden Schwarzkiefer auf Teneriffa oder einer silbernen Weide an der Havel. Lass dieses Bild mit all deinen Sinnen lebendig werden und verbinde es mit einem warmen Gefühl.

Warum das so ist, kann ich nicht erklären. Doch immer wieder habe ich den Eindruck, dass Bäume in solchen Momenten besonders aufmerksam werden. Manchmal stelle ich mir vor, wir Menschen seien kleine Baumbotschafter, die von Baum zu Baum gehen und Eindrücke aus anderen Landschaften weitertragen. Vielleicht ist auch das eine unserer Aufgaben im großen Netzwerk der Natur.

Der Weg der Bäume

Bäume können ein Einweihungspfad sein. Jeder Baum kann zu deinem Lehrmeister werden und dir die Geheimnisse des Lebens vermitteln. Jede Baumart hat bestimmte Eigenschaften wie Stärke, Schutz, Wärme, Früchte oder Heilmittel, um einige zu nennen. Unseren Vorfahren, den Kelten, sowie bei indigenen Völkern waren und sind die Bäume Ausdruck der großen Mutter Natur, der Weißen Göttin oder anderer Gottheiten. Man begegnete ihnen mit Liebe, Achtung und Respekt. Die Priester, Druiden und weisen Frauen studierten in ihren Ausbildungen alle Baumarten gründlich. Erst wenn sie das Wissen und die spirituelle Kraft aller Bäume in sich aufgenommen hatten, oft durch Visionsreisen, konnten sie beginnen, mit den Baumwesen, den Devas, zusammenzuarbeiten.

Die Baumwelt möchte dich ermutigen, die verborgenen Kräfte der grünen Welt dir für dein Leben zu erschließen und in sie deinen Alltag einzubinden.

Kennst du deinen Kraftbaum

Jede Seele hat einen Kraftbaum. Vielleicht begegnest du ihm in deinen Träumen, spürst seine Gegenwart oder erinnerst dich an ihn aus deiner Kindheit. Es ist ein besonderes Geschenk, von klein auf mit seinem Seelenbaum verbunden zu sein.

Du erkennst deinen Seelenbaum daran, dass dein Atem ruhiger wird und du dich augenblicklich zu Hause fühlst, wenn du an seinem Stamm lehnst oder auf seinen Wurzeln stehst. Vielleicht begegnest du ihm auf einer Reise in einem fernen Land. Seine Ausstrahlung berührt dich so tief, dass die Erinnerung an ihn dich ein Leben lang begleiten wird.

Erlaube dir, diese Verbindung wieder bewusst wahrzunehmen. Verbinde dich mit seiner Kraft und suche immer dann den inneren Kontakt zu ihm, wenn du Stärke, Klarheit und Intuition brauchst.

Doch dein Kraftbaum ist nicht allein. Bäume sind Teil eines lebendigen Netzwerks. Tief unter der Erde sind sie über ihre Wurzeln und das feine Geflecht des Myzels miteinander verbunden. Über die Luft tauschen sie Pheromone und andere Botenstoffe aus, verbreiten ihre Pollen und stehen auf vielfältige Weise miteinander in Verbindung. Lerne, dieses natürliche Netzwerk auch für dich und dein eigenes Leben zu nutzen. Die bewusste Verbindung mit Bäumen stärkt Wahrnehmungsfähigkeit und Gesundheit und unterstützt deinen Körper, deine Seele und deinen Geist!

Ein Baum-Orakel

Finde deinen Kraftbaum

Denke spontan an eine Zahl zwischen 1─10. Die erste Zahl, die dir in den Sinn kommt, ist die richtige. Hier ist die Auflösung, welcher Kraftbaum dir heute seine Botschaft schickt.

1. Die Birke – Neubeginn

Die Birke ermuntert dich: Los geht’s! Wage einen Neubeginn! Erinnere dich an deine Träume und Herzenswünsche. Schmiede neue Pläne und teile sie mit positiven Menschen! Birken sind wahre Pioniere. Sie wagen zu wagen. Sie wachsen wie Unkraut, überall dort, wo der Wind ihre feinen Samen hinträgt. Birken fordern dich auf: Werde ein mutiger Pionier. Nutze alle sich bietenden Möglichkeiten. Sei großzügig mit dem Aussäen deiner guten Ideen. Wage es, über dich selbst hinauszuwachsen.

2. Die Fichte – Vertrauen

Die Fichte flüstert dir zu: Lass Vertrauen zu einem Lebensgrundgefühl werden. Jetzt ist die Zeit gekommen, „einfach zu vertrauen“. Beginne damit, deinem nächsten Atemzug zu vertrauen, der kommt und geht. Atme Fichtendüfte, ihre Rinde, Nadeln, Harze und Öle ein, denn diese Duftstoffe beruhigen uns zutiefst. Fichten können uns lehren, tief und grundsätzlich zu vertrauen. Sie kennen das Geheimnis des Vertrauens: Vertrauen zieht Vertrauen an. In der Welt der Schöpferkräfte ist dieses „bedingungslose Grund- vertrauen“ die Währung, mit der man Wünsche erfüllt und Erfolge anzieht.

3. Die Buche – Herzenswünsche

Die Buche möchte dich an deine Herzenswünsche erinnern. Sie sind eine wichtige Angelegenheit und bringen das in dein Leben, was du und deine Seele sich zutiefst wünschen. Buchen waren unseren keltischen Urahnen heilige Bäume. Im Buchenhain konnte man in Kontakt mit den Göttern und sich selbst kommen. Buchenwälder machen uns auch heute noch glücklich. Diese Bäume, mit ihren glatten, silbernen Stämmen, regen unsere Sinne an und bringen uns mit unserer Gefühlswelt in Kontakt. Seit Urzeiten ritzen Menschen Liebesbotschaften in die glatte Rinde dieser Bäume. Buchen sind stille Botschafter der Weisheit der Natur.

4. Die Pappel – Miteinander

Pappeln sind Netzwerkexperten. Sie wissen: Es geht nur in einem freundlichen Miteinander. Gemeinschaft ist für alle wichtig. In der Gruppe gilt: „kühler Kopf und warmes Herz“. Kennst du deinen wahren Platz im großen Miteinander des Naturnetzwerkes? Dein Unterbewusstsein kennt ihn. Dein Platz ist genau da, wo deine Berufung dich glücklich macht. Beginne so zu handeln, wie deine Intuition es dir eingibt. Mache das Leben für dich, deine Liebsten und deine Mitgeschöpfe ein großes Stück schöner, heiterer und lebenswerter.

5. Die Lärche – Lust auf Neues

Die Lärche rät: Schenke deinem inneren Künstler mehr Raum! Lärchenkräfte sind Lehrmeister, um deine Kreativität zu finden. Kreativität kann nur dort gelebt werden, wo Neues gewagt wird. Es gilt die alte Künstlerregel: Mache jeden Tag etwas Neues! Vielleicht entdeckst du ein neues Café́, gehst andere Spazierwege oder sprichst neue Menschen an. Grün macht kreativ: Gönne dir zwischendurch Mikropausen, in denen du in das Grün der Bäume schaust und dabei tief atmest. Dann werden sich schnell kreative Ideen einstellen.

6. Die Kiefer – Transformation

Veränderung liegt in der Luft. Kiefern schenken uns Sicherheit, dort wo wir im Leben große Veränderungen durchlaufen. Die vor Harz strotzenden Kiefern tragen das Feuer der Transformation in sich. Lebensphasen und Krisen mit großen Veränderungen fordern uns viel ab. Dort, wo man wirklich Neuland betritt, tastet man sich erst Schritt für Schritt und unsicher voran. Wenn viele Verunsicherungen auf- einander folgen kann man schnell mutlos werden. Doch keine Sorge, das Selbstbewusstsein kommt wieder und arrangiert sich neu. Kieferndüfte, ihr Holz, Harz und Öl schenken Sicherheit, Flexibilität und Zuversicht.

7. Die Eiche – Heldenreise

Eichen helfen erschöpften Helden des Alltags wieder auf die Beine. Sie wissen: Deine Selbstheilungskräfte sind größer, als du ahnst, und deine Wurzeln sind tiefer, als du weißt. Eichen können mehrere Blitzschläge und tiefe Verletzungen Jahr- hunderte lang gut überleben. Sie ermutigen dich, sinnlose Kämpfe und Kraftanstrengungen zu vermeiden und lehren dich: Widerstände wollen umarmt wer- den. Eichen erinnern dich daran: Schenke deine Fähigkeiten, deine Gaben und dein Wissen deiner Mitwelt, lerne Geschenke anderer Menschen dankbar anzunehmen.

8. Die Weißtanne – Klarheit

Die Weißtanne schenkt dir die Kraft, deine innere und äußere Welt positiver zu ordnen, zu strukturieren und auszurichten. Schenke dir jeden Tag die Klarheit, dich auf all das zu konzentrieren, was bereits gut in deinem Leben ist. Fokussiere dich auf positive Ziele! Weißtannenkräfte sind Lichtkräfte. Der immergrüne Baum speichert viel Sonnenlicht in seinen Nadeln, die er nur alle acht Jahre verliert. Es ist eine deiner Lebensaufgaben, immer wieder liebevoll anderen Menschen Licht in dunklen Momenten zu schenken. Werde zum „Lichtbringer“.

9. Die Linde – Mut zur Liebe

Die Linde lädt dich ein, ein Liebender zu werden. So wie Linden sich im süßen Duft ihrer Blüten verströmen, so darfst du deine Liebe an dich, deine Mitmenschen und Mitgeschöpfe verströmen. Die Linde als Sonnenbaum der Liebe stärkt auf der körperlichen Ebene unser Nervensystem. Seelisch bringt uns die Linde mit der Liebesschwingung der Natur in Kontakt. Ihr süßer Duft stimmt traurige Gemüter heiter und lässt Künstler wieder die Muse küssen. Die Blütenfülle der Linde, die so vielen Bienen reiche Honigweide ist, fordert dich auf: Habe mehr Mut zu lieben. Liebe die Natur, dich selbst und alle Menschen, die durch deine Nähe ein Stückchen heilen dürfen.

10. Die Zirbe – Selbstheilung

Die Zirbe als Seelenbaum verbindet dich mit deinem „inneren Arzt“. So kommst du auch in Kontakt mit dem Licht deiner Seele. Du darfst auf deine innere Führung vertrauen. Zirben sind Überlebenskünstler des Hochgebirges. Sie überstehen meterhohen Schnee, Steinschläge und Trockenheit. Sie haben alle Zeit der Welt: In den ersten zehn Jahren ihres langen Lebens wachsen sie nur ca. einen Zentimeter pro Jahr. Auch du darfst dir alle Zeit nehmen, um deine seelischen Wunden zu heilen. Werde geduldiger und fühle dich mit jedem Atemzug von der Natur geliebt. Die Natur ist der beste Arzt für dich.

Dr. phil. Isabel Arends ist promovierte Kunst- und Kulturhistorikerin, Heilpraktikerin für Psychotherapie und Autorin zahlreicher Bücher und Kartendecks zu den Themen Bäume, Pflanzenheilkunde, Aromatherapie und Naturverbundenheit. In ihrer therapeutischen Arbeit verbindet sie seit vielen Jahren die Heilkraft ätherischer Baumöle mit psychologischer Beratung sowie der symbolischen und kulturellen Bedeutung der Bäume. Ihr Anliegen ist es, die Weisheit der Bäume neu zu entdecken und eine achtsame Beziehung zur Natur zu entwickeln.

Isabel Arends

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